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Konsequenzen aus dem Verbot der glatten Noppen

Spezifik des Tischtennissports:

Tischtennis zeichnet dadurch aus, dass neben der Athletik besonders Feinmotorik, Intelligenz, Fleiß und langjährige Ausdauer erforderlich ist, um erfolgreich zu spielen.
Deshalb gibt es einen übergroßen Anteil älterer Sportler sowie jüngere Leute, die weniger Vorraussetzungen für beispielsweise Fußball, Tennis oder Leichtathletik haben.
Die oben genannte Spezifik des Tischtennis macht für viele den Sport erst langfristig interessant.
Dieser spezifische Sportvorteil wird nun reduziert.

Entwicklung in den letzten Jahren:

1. Durch die Entwicklung der äußerst spindynamischen Beläge haben junge, schnelle Angreifer einen immensen Vorteil erhalten.
2. Der 40 mm Ball brachte diesen Sportlern noch einmal Vorteile, weil es leichter ist, einen größeren Ball bei Topspin tangential zu treffen und der höheren Luftwiderstand leicht durch schnellere Hölzer und dickere Beläge ausgeglichen werden kann.
Langsamer ist Tischtennis logischerweise nicht geworden.
Im Gegenteil:
Abwehrer wurden zurückgedrängt.

Gegenmaßnahme:

Als Gegenmaßnahme gibt es heute spinunempfindliche lange, glatte Noppen.
Ihre Beherrschung setzt Training und viel Verständnis voraus – gut für ausdauernde Sportler.
Angreifer müssen gegen diese Beläge gefühlvoller und mit weniger Schnitt spielen – oder setzen sich einem hohen Risiko aus. Sie müssen mitdenken.
Diese geistige Anstrengung entfällt beim Verbot der glatten Beläge.

Grundsatz Schnelligkeit:

Die Schnelligkeit des Tischtennis resultiert einzig aus der Reaktionsfähigkeit der Sportler und dem Risiko durch zu große Geschwindigkeit Fehler zu machen. Auf jeden Fall spielt die Ballgröße ob 38mm, 40mm, 44mm oder noch größer keine Rolle. Die Spindynamik der Beläge gleicht den Spinwiderstand des größeren Balles aus.
Ältere Sportler bzw. Abwehrer sind nicht so schnell. Sie vertrauen eher auf Feinmotorik und Taktik – erworben durch langjähriges Training.
Haben sie kein Instrument mehr gegen Spin und Tempo, dann werden sie erfolglos.

Fazit:

Werden glatte Beläge verboten, dann kommt es noch mehr darauf an einfach, schnell und mit maximalem Schnitt zu spielen. Schließlich kann man ja seinen eigenen Spin nicht mehr zurückbekommen.
Das lernt sich auch schneller, als der Umgang mit Returnspin und Taktik.
Als Konsequenz bleibt:
1. Für ältere und langsamere Sportler reduzieren sich die Chancen
2. Tischtennis wird weniger abwechslungsreich
3. Es wird immer fraglicher, ob sich das Training lohnt (auch wegen der vielen Regeländerungen)
Der Vorteil für junge, besonders athletische Spieler, die es dann einfacher haben, wird den Abgang der anderen Aktiven und Erfahrenen nicht ausgleichen – zum Schaden für den Tischtennissport.
Im Auftrag des TT-Club Senftenberg
J. Matern